MRCC Bremen - Maritime Rescue Coordination Centre

Abbruch von Such- und Rettungsaktionen

Einige Fälle erfordern ausgedehnte Such- und Rettungsaktionen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt muß dann die Entscheidung zum Abbruch der Suche getroffen werden, bis neue Erkenntnisse vorliegen oder die äußeren Umstände eine Wiederaufnahme der Suche zulassen (Wettereinflüsse, Dunkelheit, etc.).

Bei dieser Entscheidung muss jeder SAR-Fall einzeln betrachtet werden, und es muß mit Sorgfalt darauf geachtet werden, dass die Suche nicht zu früh abgebrochen wird. Humanitäre Aspekte sollten berücksichtigt werden, aber es gibt eine Grenze sowohl für den zeitlichen als auch für den materiellen Aufwand, der jedem SAR-Fall zugestanden werden kann.

Bevor eine Suche abgebrochen wird, sollte die Wahrscheinlichkeit, Überlebende aufzufinden sowie die Wahrscheinlichkeit, diese im berechneten Suchgebiet zu finden, nochmals überprüft werden. Eine erneute Überprüfung der Annahmen und Berechnungen, auf denen die Suchplanung beruht und der Effektivität der durchgeführten Suche sollten ebenfalls vor der Entscheidung des Suchabbruchs stehen.

Eine Suche sollte im Normalfall nur abgebrochen werden, wenn keine vernünftig begründete Hoffnung mehr besteht, Überlebende retten zu können. Die Überlegungen zum Abbruch einer Suche sollten folgendes beinhalten:

  • alle Suchgebiete sind sorgfältig abgesucht worden
  • alle vernünftigerweise in Frage kommenden möglichen Örtlichkeiten sind überprüft worden
  • alle möglichen Mittel und Wege, zusätzliche Informationen über den Verbleib des Suchobjektes oder der vermißten Personen zu erhalten, sind ausgeschöpft
  • alle Annahmen und Berechnungen, die der Suchplanung zugrunde liegen, sind nochmals überprüft worden.

 

Der SMC sollte die Eigner/Charterer eines vermißten Fahrzeuges und / oder die Angehörigen vermißter Personen über den beabsichtigten Abbruch der Suche rechtzeitig informieren.