MRCC Bremen - Maritime Rescue Coordination Centre

Vereinbarung BMV-DGzRS über die Durchführung des Such- und Rettungsdienstes in Seenotfällen

Der Bundesminister für Verkehr und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger treffen aufgrund der dem Bund obliegenden Vorsorge für den in Seenotfällen erforderlichen Such- und Rettungsdienst gem. § 1 Nr. 7 des Gesetzes über die Aufgaben des Bundes auf dem Gebiet der Seeschiffahrt vom 24. Mai 1965 (BGBl. II S. 833) in der Fassung der Bekanntmachung der Neufassung des Gesetzes vom 30. Juni 1977 (BGBl. I S. 1314) folgende Vereinbarung:

1

(1) Der Bundesminister für Verkehr überträgt der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) die Durchführung des Such- und Rettungsdienstes zur Hilfeleistung für Menschen in Seenot gemäß Kapitel V, Regel 15 der Anlage zum Internationalen Übereinkommen von 1974 zum Schutz des menschlichen Lebens auf See in den vom BMV festgelegten Seegebieten der Nord- und Ostsee.

(2) Beide Parteien gehen davon aus, daß die DGzRS den Such- und Rettungsdienst weiterhin als privatrechtlicher und gemeinnütziger Verein unabhängig, freiwillig und mit eigenen Mitteln durchführt.

(3) Die DGzRS erkennt die Bestimmungen des Internationalen Übereinkommens von 1979 über den Such- und Rettungsdienst auf See, insbesondere die Organisations-, Betriebs- und Planungsvorschriften für sich als verbindlich an.

2

(1) Für die Leitung des Such- und Rettungsdienstes betreibt die DGzRS die Rettungsleitstelle

SEENOTLEITUNG (RCC) BREMEN
(RCC = Rescue Coordination Centre)

Die Durchführung von Such- und Rettungsmaßnahmen richtet sich nach einem SAR-Einsatzplan, den die DGzRS aufstellt.

(2) Die DGzRS koordiniert im Seenotfall die Such- und Rettungsmaßnahmen. Strom- und schiffahrtspolizeiliche Aufgabenzuweisungen bleiben unberührt.

3

Für außergewöhnlich schwere Unfälle, für Ölunfälle und für Katastrophenfälle ist beim Wasser- und Schiffahrtsamt Cuxhaven ein Zentraler Meldekopf eingerichtet. Für Katastrophenfälle sind die Katastrophenstäbe Nordsee (beim Wasser- und Schiffahrtsamt Cuxhaven) und Ostsee (beim Wasser- und Schiffahrtsamt Lübeck) eingerichtet worden. Die DGzRS ist Mitglied der Katastrophenstäbe. Bei Ölunfällen wird die DGzRS bei Gefahr für Menschenleben durch den Zentralen Meldekopf alarmiert.

4

Der BMV und die DGzRS werden bei Bedarf, in der Regel einmal jährlich, zusammentreffen, um Erfahrungen auszutauschen und auszuwerten, die der Verbesserung des Such- und Rettungsdienstes im Sinne dieser Vereinbarung dienen. Nationale Stelle für die Gesamtkoordinierung im Sinne des Kapitels 2 Nr. 2.2.2 der Anlage zum Internationalen Übereinkommen von 1979 über den Such- und Rettungsdienst auf See ist der BMV.

 

Hamburg, den 11.03.1982                                              Hamburg, den 11.03.1982

 

      Harm Westendorf                                                 E.Meier-Hedde / C..M.Vater