MRCC Bremen - Maritime Rescue Coordination Centre

Fehlalarme im GMDSS

Das Weltweite Seenot- und Sicherheitsfunksystem (GMDSS) soll die Alarmierung von Landstellen im Notfall sicherstellen und dabei die Bedienung durch den Menschen auf ein Minimum reduzieren.

Trotz der Vereinfachung und Automatisierung kommt es zu einer Vielzahl von Fehlalarmierungen, die zum größten Teil auf fehlerhafte Bedienung oder Unkenntnis der Systeme zurückzuführen sind. Da jeder Alarm zunächst als 'echter Alarm' angesehen werden muß, führt dies zu erheblichen Belastungen in den RCCs/MRCCs und zu unnötigen, oft weltweiten SAR-Aktionen und Einsätzen von SAR-Mitteln incl. der damit damit verbundenen Kosten.

Es besteht außerdem die Gefahr, daß ein 'echter Alarm' durch die Menge von Fehlalarmen unbemerkt bleibt.

Vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Fehlalarmen:

  • Installation an Bord und Einweisung in die Geräte nur durch Fachpersonal
  • regelmäßige Wartung der Geräte durch Fachpersonal
  • genaue Beachtung der Betriebsanleitungen
  • Vertrautmachen mit der Handhabung der Geräte
  • regelmäßige Durchführung von Routine-Testsendungen ohne Aussendung von Fehlalarmen
  • Registrierung/Anmeldung der Seefunkanlage, sodaß im Notfall die MMSI-Nummer, Daten des Fahrzeugs und eine Kontakt-Telefonnummer für die Seenotleitung in der entsprechenden Datenbank zur Verfügung stehen
  • keine unnötigen Bewegungen an der EPIRB vornehmen, wie z.B. ändern der Lage bei Reinigungsarbeiten, etc.
  • eine EPIRB, die nicht in Gebrauch, d.h. nicht an Bord ist, sollte nicht senden können (abschalten; entfernen der Stromquelle)

Maßnahmen nach der Aussendung eines Fehlalarms

Sollte es an Bord oder an Land zur Aussendung eines Fehlalarms gekommen sein, so müssen sofort entsprechende Maßnahmen zur Vermeidung unnötiger Such- und Rettungsaktivitäten getroffen werden.

Jedermann ist berechtigt mit allen verfügbaren Mitteln die verantwortlichen Landstellen (Seenotleitung Bremen, Küstenfunkstellen, etc.) über die Fehl-alarmierung zu informieren und den Alarm aufzuheben.

Soweit keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt, werden bei Auslösen und anschließender Aufhebung eines Alarms keine rechtlichen Schritte eingeleitet.

Ist ein Notruf versehentlich ausgelöst worden, dann sollte die erste Aussendung vollständig erfolgen, um eine Identifizierung oder Lokalisierung und damit die Feststellung des Fehlalarms möglich zu machen.

Ein verstümmelter Notruf ist für die verantwortlichen Stellen nur mit erheblichem Aufwand oder gar nicht zu identifizieren, d.h. er muß mit allen Konsequenzen als echter Alarm bearbeitet werden.

Nach dem Aussenden eines vollständigen Notrufs ist die Sendung sofort abzubrechen.

Bei DSC-Alarmen muß anschließend die Aussendung einer Aufhebungsmeldung über die entsprechenden Sprechfunkkanäle erfolgen ("An alle Funkstellen ..."), also z.B. bei Alarmierung über UKW- DSC Kanal 70 Aufhebung über Kanal 16.

Bei Inmarsat Fehlalarmen ist eine Aufhebungsmeldung über dieselbe Erdfunkstelle (CES) wie der Notruf an das verantwortliche RCC/MRCC zu schicken.

Sollte versehentlich eine EPIRB aktiviert worden sein, so muß die nächste Küstenfunkstelle, Küsten-Erdfunkstelle oder das nächste erreichbare RCC/MRCC benachrichtigt werden, um die Notmeldung aufzuheben.