MRCC Bremen - Maritime Rescue Coordination Centre

Driftrechnung

Die Gesamtdrift eines Objekts setzt sich zusammen aus

  • dem Gezeiten- oder Tidenstrom (Tidal Current - TC) und/oder
  • der Meeresströmung (Sea Current - SC)
    allgemein vorherrschende Strömungsrichtung im jeweiligen Seegebiet
  • der Windströmung (Wind Current - WC)
    hervorgerufen durch den Einfluss des Windes auf die Wasseroberfläche. Zu berücksichtigen sind hier nicht nur Windrichtung und -stärke für die Zeit der Suche, sondern auch der vergangenen Tage, weil der Einfluß des Windes auf die Wasseroberfläche erst nach einiger Zeit wirksam wird (Fetch) und bei Ausbleiben oder Änderung des Windes noch längere Zeit erhalten bleibt.
  • der Winddrift (Leeway - LW)
    Einfluss des Windes auf das Objekt selbst. Dabei vertreibt das Objekt selten genau in Windrichtung. Es wurde durch Versuche und Erfahrungswerte festgestellt, dass beim Vertreiben je nach Art des Objektes (Größe, Gewicht, Form, Verteilung von Ober- und Unterwasserfläche, etc.) ein Abweichen von der Windrichtung (Divergenz) von bis zu + 45° möglich ist. Dadurch ergeben sich bei der Festlegung des Suchgebietes drei Winddrift-Vektoren (s. Abb. Kap. 6.5.).
  • Fehler in der Unfallposition, Navigationsfehler
    Ungenauigkeiten bei der Feststellung der vermuteten Unfallposition je nach verwendetem Hilfsmittel (Koppeln, Peilung, DECCA, Sat-Nav, etc.) werden durch Addition eines Wertes berücksichtigt.